Den richtigen Hochzeitsfotograf finden

Liebe Brautpaare,

nachdem Ihr auf dieser Website gelandet sind, seid Ihr wahrscheinlich auf der Suche nach einem Hochzeitsfotografen. Wahrscheinlich ist das auch nicht die erste und auch nicht die letzte Website, die Ihr Euch anseht – wenn dem nicht so sein sollte und Ihr diese Website auf Empfehlung anseht gebe ich Euch einen Rat: besucht auch die Websiten anderer Fotografen. Wie Ihr auf meiner Website schon erfahren habt, sind meine Bilder einer künstlerischen Dokumentation zuzuordnen, das kommt sicherlich auch aus meinem Studium der Malerei. Das Gegenstück dazu wäre eine zeitgenössische Modeströmung, die ich nicht verfolge. Wer für Eure Hochzeit der richtige Fotograf ist, versuche ich Euch nachfolgend durch eine kurze Zusammenfassung aus der Welt der professionellen Hochzeitsfotografen zusammenzufassen:

Die erste Entscheidung, die Ihr treffen solltet, ist, welche Art von Dienstleistung Ihr wünscht: eine kurze fotografische Begleitung, das sind in etwa 1-3 Stunden Fotografie. Meistens umfasst das die standesamtliche Trauung und einige Stimmungen danach und die Portraits. Oder Ihr möchtet eine umfangreichere  Reportage, die zwischen 6-12 Stunden liegt, manches mal sogar noch länger.
Ganz wichtig ist, dass sich die Fotografie nach Eurem Ablauf richtet und nicht anders herum. Wenn einfach nur eine halbe Stunde für Portraitaufnahmen zur Verfügung steht, dann ist das halt so. Klar, es ist angenehmer mit mehr Zeit zu arbeiten, und natürlich ist das Resultat auch umfangreicher,  aber  auch in kurzer Zeit kann man tolle Fotos machen. Ein guter Fotograf schafft das, und kann mit auch kurzfristigen Änderungen im Ablauf umgehen.

Dieser nachfolgende Text soll Euch ein wenig aus dem Nähkästchen der Hochzeitsfotografen erzählen. Ich kann Euch zwar den Besuch weiterer Webseiten nicht abnehmen, ich hoffe jedoch, dass Ihr damit zumindest einige wichtige Eckpunkte mitnehmen könnt, um den für Euch richtigen Hochzeitsfotografen zu wählen.

 

 

Die Website

Die Begleitung Eurer Hochzeit ist eine höchstpersönliche Dienstleistung. Bei einem professionellen Hochzeitsfotografen könnt Ihr davon ausgehen, dass er sein „Handwerk“, also die reine Technik, beherrscht. Das heißt ein wenig mehr als den Auslöser auf der Kamera zu finden und auf Autofokus zu stellen. Diese technischen Details müssen Euch aber nicht unbedingt interessieren. Interessieren sollte Euch aber eines: Magie. Das hat ein Bild für Euch, oder eben nicht. Ihr könnt davon ausgehen, dass Eure eigenen Bilder noch sehr viel mehr davon haben, wichtig für diese erste Entscheidung ist nur, ob Euch der Stil des Fotografen gefällt. Seht Euch die Bilder genau an, zunächst nur die Bilder, die in der übersichtlichen Galerie zu sehen sind. Das sind die creme de la creme der Bilder. Wenn Euch das schon nicht zusagt: nächste Homepage.

Wenn es Euch jedoch zusagt, dann ist ein zweiter Blick geboten. Jeder professionelle Hochzeitsfotograf hat eine Blogseite mit Beiträgen kompletter Hochzeitsreportagen oder kann Euch Zugangsdaten zu diesen geben. Damit kommen Ihr in einen nicht-öffentlichen Bereich und seht das erste Mal, welche Leistung Ihr tatsächlich kauft. Hier gibt es aus fotografischer Sicht keine Möglichkeit mehr, nur „Highlights“ unter 200-1000 Bildern aus der gleichen Hochzeit zu präsentieren. Bedenkt  zudem, dass Bilder im Web-Format sehr klein angezeigt werden. Auch unscharfe Bilder wirken daher manchmal annähernd scharf, obwohl Sie handwerkliche Fehler aufweisen. Ein geübtes Auge sieht das aber.  Zudem verfügen die Bilder auf Eurem Bildschirm wie in einem Lichtkasten über eine Hintergrundbeleuchtung, die die Farben sehr viel mehr leuchten lassen als auf einem „echten“ Bild. Ihr kennt den Effekt wahrscheinlich von Eurem Smartphone.

 

 

 Das Vorgespräch

Wenn Ihr nun die kompletten Reportagen angesehen habt, könnt Ihr ein erstes Urteil fällen und ein Angebot mit Preis und Leistungen (siehe Kosten) anfragen. In aller Regel wird anschließend ein persönliches Gespräch folgen, in dem Ihr die Möglichkeit habt den Hochzeitsfotografen kennenzulernen um den Ablauf Eurer Hochzeit im Detail zu besprechen. Das ist ein sehr wichtiger Termin, da Ihr hier erfahren könnt, was die Leistung eigentlich ist, und die Person kennenlernt, die Euch ein Tag lang sehr nahe kommen darf. Da muss die Chemie natürlich stimmen und das Vertrauen in die künstlerischen Fähigkeiten des Fotografen da sein.
Zuvor habt ihr das Produkt gesehen, das bei anderen Hochzeiten entstanden ist. Bei einem künstlerischen Prozess gleichen sich die Ergebnisse jedoch nicht. Die Erwartungshaltung „Ich möchte ein Bild wie Nr. xxx in der Beispielsreportage“ wird sich so nicht erfüllen lassen. Es handelt sich um einen dynamischen Prozess zwischen Euch beiden und dem Hochzeitsfotografen. Vielleicht gibt es in diesem Moment kein Hintergrund wie in xxx in der Nähe, vielleicht regnet es gerade. Das macht jedoch gerade die Leistung aus. Von weit mehr als 150 Hochzeiten kann ich Euch auch vergewissern: das Wetter ist nicht ausschlaggebend für die Bilder und was sie Euch bedeuten werden, es ist Teil des künstlerischen Endprodukts. Ein professioneller Hochzeitsfotograf wird auch aus vermeintlich widrigen Umständen etwas machen können. Wenn Ihr so wollt ist der Kern der Leistung das Auge des Fotografen. Ihr „kauft“ für die Dauer Eurer Hochzeit jemanden, der durch seine Augen (und durch das Objektiv, Sensor…) und durch seine Erfahrung aus vielen Hochzeiten Euren einzigartigen Tag begleitet. Das unterscheidet das Handwerk von der Kunst.

 

 

Die Kosten

Reden wir nicht darum herum, eine Hochzeitsreportage ist nicht nur Wohlfahrt – sie hat ihren Preis. Rechnet mit einem vierstelligen Betrag und einer Anzahlung. Wie hoch der Betrag ist, hängt ein wenig von Eurem Ort ab (also der An/Abfahrt), der Anzahl Eurer Gäste, der Dauer der Hochzeit und Euren speziellen Wünschen. Jedes Brautpaar hat normalerweise ein bestimmtes Budget für seine Hochzeit festgelegt und somit auch bestimmte Entscheidungen getroffen was die Ausgaben für Fotografie betragen dürfen. Ich würde das genauso machen. Die Frage ist, ob damit auch Eure Wünsche damit abgedeckt werden können. Ein erfahrener Fotograf wird Euch auch da Rat geben können zu welchem Zeitpunkt am Tag Euer Geld für Fotografie am besten investiert ist, und wann ggf. auf den Fotografen verzichtet werden kann. Weniger ist oft mehr. An dieser Stelle solltet Ihr Euch eine wesentliche Frage stellen: für was und wen benötigten wir später die Fotos, auch nach vielen Jahren, welche Fotos sind mir dann noch wichtig?
Im Übrigen wird es sich in aller Regel um einen Pauschalpreis handeln – d.h. es entstehen keine weiteren Kosten für Euch im zeitlichen Rahmen des Angebotes. Es ist durchaus branchenüblich, dass man sich zunächst auf eine „kleinere“ Buchung einigt, die man vor Ort dann optional stundenweise verlängern kann. Bei sehr großen Buchungen (2+ Tage) macht man in der Regel einen Komplettpreis auf Verhandlungsbasis.

 

 

Buchungszeitpunkt

Meistens werdet Ihr in den szenetypischen Zeitschriften eine Vorbuchungszeit von 9 Monaten finden. Das stimmt in jedem Falle für die Hauptsaison, Juni-September. Wenn Ihr Euren Tag dort hinlegen möchten, solltet Ihr frühzeitig buchen; das Nadelöhr dabei ist jedoch meistens die Location, an der Ihr heiraten wollt – nicht der Fotograf. Für die Nebensaison finden Ihr in der Regel auch später noch jemanden; ganz kurzfristige Buchungen sind jedoch Glücksache.

 

 

Sicherheiten

Häufig werde ich gefragt, was ich denn als Sicherheit habe, falls ich an einem gebuchten Termin verhindert (also krank) wäre. Die simple Antwort ist: keine. Es handelt sich nunmal um eine künstlerische Dienstleistung, und ich habe – zum Glück – keinen Clon. Ich kann Euch jedoch versprechen, dass ich mein Möglichstes innerhalb meiner Kollegen tun würde um Euch eine fotografische Begleitung Eurer Hochzeit zu ermöglichen. Ihr könnt davon ausgehen dass auch alle anderen professionellen Hochzeitsfotografen untereinander vernetzt sind. Mir ist bislang auch unter den Kollegen kein Fall bekannt, in dem ein gebuchter Hochzeitsfotograf nicht für einen akzeptablen Ersatz hätte sorgen können. Euer Vorteil in dieser Situation wäre, dass Ihr Euch nicht erneut auf die Suche nach einem Hochzeitsfotograf – wenige Tage vor Eurer Hochzeit – machen müsst.

 

 

Empfehlungen

Ich freue mich sehr darüber empfohlen zu werden, bitte seht jedoch genau hin. Jeder hat einen anderen Geschmack und muss für sich das Richtige finden. Dies gilt besonders, wenn jmd. den Hochzeitsfotografen für einen Dritten „sponsort“. Was eine solche Empfehlung jedoch aussagt: der Auftrag wurde zur Zufriedenheit erledigt. Wenn man so will, kann man einen Künstler aber nicht „empfehlen“, man muss ihn für sich selbst finden.

 

 

Rechte

In aller Regel – das solltet Ihr unbedingt überprüfen – sind bei einer Buchung alle privaten Rechte für die Bildnutzung seitens des Fotografen inkludiert. Ihr könnt also mit den Bildern im privaten Bereich machen was Ihr wollt: Facebook, private Fotoalben, eigene Websiten, wer mag T-Shirts bedrucken ;-)), was Euch eben einfällt, ohne weitere Kosten für Euch oder Eure Gäste aufzubringen. Das sind jedoch nicht die einzigen Rechte, die notwendig sind. Damit der Fotograf vor Ort (d.h. an Eurer Hochzeitslocation) überhaupt fotografieren darf, benötigt er eine Erlaubnis entsprechend dem Hausrecht des Eigentümers der Hochzeitslocation (die Ihr in der Regel ja schon vorher gebucht habt). Da bei einer Hochzeit sozialtypisch auch professionell fotografiert wird, ist dies jedoch normalerweise mit in der Miete der Location enthalten. Gleichwohl solltet Ihr Euch jedenfalls bei ausgefallenen Locations (bei denen nicht regelmäßig Hochzeiten stattfinden) vorab versichern, dass dies später nicht zu Schwierigkeiten führt.

Weiterhin ist die professionelle Fotografie an Hochzeiten als sozialtypisch anzusehen – dennoch solltet Ihr abklären, dass unter Euren Gästen keine Personen sind, die dagegen Einwände haben (z.B. Personen des öffentlichen Lebens, spezielle religiöse oder persönliche Gründe oder auch gesonderte Urheberrechte Dritter an Aufführungen / Performances an Eurer Hochzeit oder sonstigen immateriellen Rechten Dritter). Bitte denkt daran dies vorab mitzuteilen.

Soweit Ihr aus persönlichen Gründen keine weitere Veröffentlichung der Bilder oder auch zusätzlich eine besonders vertrauliche Behandlung vorhandener Daten (NDA) wünscht, wäre dies ebenfalls ein Thema, was vorab zu klären wäre.

 

 

Daten & Lieferung

Ihr erhaltet die Bilder typischerweise in einem digitalen Format, in der Regel als.jpg Format auf  USB-Stick.
Die Bearbeitung der Bilder dauert seine Zeit, je nach dem zu welchem Zeitpunkt im Jahr Eure Hochzeit terminiert ist. Rechnet daher im Durchschnitt mit 4-8 Wochen, dazu kommt dann noch Entwicklungszeit für ausgewählte Prints und Versand.
Zudem sollte eine passwortgeschützte Onlinegalerie mit einer Auswahl von Bildern Eures Hochzeitstages zur Verfügung gestellt werden. Das hat den Vorteil, dass Eure Hochzeitsgäste ebenfalls die gesamte Hochzeit zeitnah nacherleben können.

Abhängig vom Fotografen ist die Endverpackung der Daten mal mehr mal weniger glamourös. Der Moment des ersten Betrachtens der Bilder wird Euch in jedem Falle wieder an diesen Tag zurückversetzten, eine individuelle hochwertige Verpackung vermutlich ein wenig mehr.

Abschließend noch zum Thema Daten. Digitale Daten sind leider recht vergänglich, da sämtliche bekannten Speichermedien nach einigen Jahrzehnten nicht mehr lesbar sein werden. Dies ist aber ein Thema, dass ich den Hardwareentwicklern überlasse. Sicher geben diese alles, damit alle Daten immer sicher sind: dennoch, einstweilen kann ich Euch nur Folgendes ans Herz legen. Kümmert Euch frühzeitig um die regelmäßige Sicherung der Bilder (d.h. regelmäßiges umkopieren) – oder zumindest die Manifestation der Bilder in einem Fotobuch.

Dieser Text ist auf einer Bahnfahrt im ICE von Köln nach Nürnberg entstanden.
Susanna